Heddal stavkirke - Heddal stavkyrkje Heddal Stave Church Stabkirche in Heddal
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Heddal stavkirke - Heddal stavkyrkje

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Die Sage um die Stabkirche von Heddal

In uralter Zeit, in alten, alten Tagen wohnten fünf Groβbauern in Heddal.

Das waren Raud Rygi und Kjeik Sem, Stebbe Strånd, Grut Grene und Vrang Stivi. Auf Rygi waren dies groβe, blonde Burschen mit rötlichen Bärten und Haaren. Darum hieβ er Raud. Auf Sem waren es aufrechte, hübsche Kerle und auf Strand war da ein kräftiger und stämmiger Mann. Auf Grene waren es nicht sehr geschwätzige, mürrische Burschen, wie sie es in Heddal sagten. Und auf Stivi waren sie unwillig und schwierig, wie der Name der Sippe es schon ausdrückt. Alle waren sie groβe Riesen.

So war es zu dieser Zeit, dass das Christentum anfing in die ländlichen Teile des Landes zu kommen. Und diese groβen Kerle kamen zusammen und beschlossen auch eine Kirche zu bauen. Und es kam so, dass sie wollten das Raud Rygi für diese Arbeit verantwortlich sein sollte. Raud ging und grübelte und dachte. Es war nicht so leicht zu wissen wie man dieses angehen sollte. Denn – du sollst wissen - er hatte noch nie eine Kirche gebaut.

Da er so ging und grübelte, kam ein Fremder zu ihm und fragte ihn, worüber er denn nachdachte. ”Das geht dich nichts an”, antwortete Raud. Aber da weissagte ihm der fremde Mann, dass Raud darüber nachdachte, eine Kirche zu bauen und dass der Fremde ihm dabei helfen könnte. Ja, dann wurden sich die beiden einig wie die Kirche aussehen und was Raud machen sollte, um ihn für die Arbeit zu bezahlen. Dazu sollte eine von drei Bedingungen erfüllt werden: Entweder den Mond und die Sonne vom Himmel holen oder herausfinden wie der fremde Zimmermann hieβ. Wenn er dies nicht schaffen würde, sollte der fremde Mann das Recht haben, Raud das Herz aus der Brust zu schneiden. Raud meinte, dass es nicht so schwierig sein könne herauszufinden wie der Zimmermann hieβ, denn er dachte er hätte genug Zeit dazu.

Den ersten Tag war das gesamte Material hingefahren worden, sowohl Stein als auch Holz. Am zweiten Tag war das Gerüst fertig, ganz bis hoch zur Turmspitze. Und Raud ging mit Zorn und Wut über seinen Acker. Er wusste, dass er sein Leben verlieren wird, da der Fremde nicht von seinem Wort abweichen würde. Und wie er so ging, hörte er ein Lied, welches vom Svintråberg (ein Berg im Südosten der Kirche) herüberkam. Er ging näher und horchte. Dort hörte er, dass es eine Mutter war, die für ihren kleinen Sohn sang. Er konnte die Worte verstehen:

”Schlaf, schlaf mein Kind. Morgen kommt Finn dein Vater                                                                                                                                                 

Mit der Sonne und dem Mond                                                                                                                                

oder mit dem Herz von einem Christen                                                                                                                      

zum Spaβ und als Spielzeug für das Kind.”

Da verstand Raud es. Der Zimmermann war ein Troll und wohnte in den Bergen und sein Name war Finn. Dann war die Kirche fertig und sie war genau so wie sie es vereinbart hatten.

So sollte Raud die Kirche übernehmen und sie gingen zu ihr. Als sie in die Kirche kamen, ging Raud zu einem Pfeiler, der dort stand. Und so sagte er: Dieser Pfeiler steht schief, Vater Finn. Als der Troll seinen Namen hörte, wurde er sehr wütend. Er schlug mit seiner Faust so hart gegen den Pfeiler, dass dieser zerbrach. Und so verschwand der Troll aus der Kirche, hinauf auf den Berg Himingen. Und von dort warf er drei groβe Steine in Richtung der Kirche. Der eine fiel bei Stivi runter, der andere bei Rygireina und der dritte auβerhalb der Pforte zum Kirchhof. Dort wurde er seitdem als Pranger benutzt. Aber, Gott sei Dank, traf er nicht die Kirche, da sie begonnen hatten die Kirchenglocken zu läuten.